„Ophelia Scale – Die Welt wird brennen“ (1) von Lena Kiefer | Rezension

Wir kennen sie alle: die Bücher, die wir nur wegen Bookstagram kaufen. So war es bei mir und „Ophelia Scale“. An diesem Buch kommt man nicht vorbei. Egal on in den Storys, auf verschiedenen Feeds oder in den Buchhandlungen selber – diese Buchreihe ist momentan überall. Der Hype ist riesig und das Lob gigantisch. Durchgehend 5 Sterne Bewertungen. Ich habe seit dem Erscheinen dieser Bücher nicht EINE einzige schlechte oder negativ ausfallende Bewertung dieses Buches gesehen. Was einen natürlich stutzig macht und das Interesse weckt. Also bin ich in die Buchhandlung gerannt, hab mir dieses Buch geholt und… war leider so enttäuscht, dass ich es vor dem Ende abbrechen musste.

Es gibt leider ein paar Stellen, die mich an diesem Buch gestört haben und diese Probleme möchte ich gerne in dieser Rezension ansprechen. Dies ist kein Hate gegen die Buchreihe und meine Meinung soll euch bitte nicht vom Kauf des Buches abhalten. 99,9% der Leser sind begeistert und schwören auf diese Geschichte, ich gehöre zu den 0,01%, denen es nicht gefallen hat und das ist ebenfalls in Ordnung. Der nächste der zu dem Buch greift lieb es eventuell über alles und es ist das beste Buch, welches er je gelesen hat. Also macht euch bitte immer ein eigenes Bild von einem Buch, bevor ihr schlecht über schlechte Meinungen redet. Thanks a lot.

Ehrlich gesagt habe ich mir unter dem Titel „Ophelia Scale“ immer was ganz anderes vorgestellt: und zwar eine Stadt. Ich weiß auch nicht warum. Bis ich mir dann den Klappentext durchgelesen habe und herausgefunden habe, dass es sich bei Ophelia Scale um ein Mädchen handelt. Und um unsere weibliche Hauptprotagonistin.

Ophelia ist 18 Jahre alt und lebt in einer komplett anderen Welt, als wir sie heute kennen. Das „neue“ England im Jahre 2134 ist frei von sämtlichen Technologien, oder besser gesagt, sie sind komplett verboten, durch einen einzigen Mann: Leopold de Marais. Der hat nämlich die Macht an sich gerissen und sich selber zum Herrscher von Europa erklärt. Klingt schon mal ziemlich abgefahren, wenn ihr mich fragt und erinnert sehr an „Die Bestimmung“ von Veronica Roth. Der Klappentext hat mich zu sehr an diese Buchreihe erinnert und ich habe dieser Bücher damals geliebt. Leider wurde es mit dem Verlauf der Geschichte nicht besser. Umso mehr ich gelesen habe, umso mehr hatte ich einfach die Welt von Tris vor meinen Augen. Dieses Gefühl hat mich nicht verlassen und ich konnte mit Ophelia nicht warm werden.

Sie wurde mir als unglaublich mutige, eigensinnige, selbstbestimmende und kluge Protagonistin vorgestellt. Sie war als kleines Mädchen ein Wunderkind und hat schneller Dinge gelernt und verstanden, als es üblich für ein Kind in ihrem Alter war. Die Autorin macht Ophelia’s Intention von vorne rein klar: sie gehört zu den Guten und will für das Gute kämpfen: nämlich die Freiheit. Ich konnte nicht mit ihr, wir sind einfach nicht miteinander warm geworden. Sie war mir zu quirlig und hat mir zu sehr auf Drama gemacht. An manchen Stellen kam sie mir so zickig vor, dass ich sie vor Wut ehrlich gesagt am liebsten angeschrien hätte. Sie hat mich einfach mit ihrer Art, ihrem Handeln und Denken genervt. Es hat keinen Spaß gemacht, ihre Geschichte zu verfolgen. Als es dann darauf ankam und sie ihre clevere Ader zeigen konnte, war sie im wahrsten Sinne des Wortes wie ein kleines Kind. Da war von der schlauen Ophelia, die sonst immer bei Allem auf der Überholspur war, nicht mehr viel übrig. In Situationen, in denen sie sich hat bewiesen müssen und bei denen es drauf ankam, war sie für mich sehr schwach und wie ausgewechselt. Weshalb ich solche Schwierigkeiten hatte, ihrer Gedankenwelt zu folgen.

Des Weiteren haben alle von dieser unglaublich schönen Lovestory geschwärmt, was für mich ein ausschlaggebender Punkt für den Kauf dieses Buches war. Ich wollte wissen, was dahinter steckt und oh man… das war wirklich schlecht. Es tut mir leid und ich mein’s echt nicht böse. Diese Liebesgeschichte war aber das Gefühlsloseste was ich je erlebt habe. Für mich hat sich das aufeinander Treffen, von Ophelia und Lucien so angefühlt als würden sich ein Stein und ein Grashalm treffen – es ist einfach nichts passiert. Es ging alles so unglaublich schnell, als würde Ophelia zum ersten Mal einen jungen Mann treffen und merken, dass Hormone in ihrem Körper existieren. Es war auch keine Liebe auf den ersten Blick, es war schon Liebe, bevor sie sich überhaupt getroffen hatten. Viel zu überstürzt und nicht ganz nachvollziehbar, war dies eine weitere Enttäuschung sowie ein weiterer Kritikpunkt an diesem Buch.

Lena Kiefer hat für mich keinen bedeutsamen oder überragenden Schreibstil. Ich hatte Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen, musste sehr oft Sätze wiederholend lesen, weil sie keinen Sinn ergeben haben. Ihre Worte haben manchmal nicht zu dem Gefühl gepasst, das sie vermitteln wollte. Für mich war es sehr abgehackt, oberflächlich, leblos und fad geschrieben. Bis auf das Worldbuilding. Das hat sie gut hinbekommen.

Ich hatte verdammt große Schwierigkeiten und habe auch schon nach einigen Seiten gemerkt, dass mir dieses Buch nicht gefallen wird. Nach ungefähr 320 Seiten habe ich das Buch dann abgebrochen und nur noch das letzte Kapitel gelesen. Ich hatte generell eine gewisse Vorahnung und so hat das Buch dann auch geendet. Wenn ich dem Buch eine Bewertung geben müsste, wüsste ich nicht wofür. Es war einfach nichts Meins. Von der Covergestaltung bis hin zur Storyline, nichts hat Sinn ergeben oder zusammen gepasst. Fragt bitte nicht irgendwelchen Sternen, denn ich habe keine zu vergeben. Nicht einen einzigen.

Rant Ende.

♥   ♥   ♥

Verlag: cbj Verlag  

Seitenanzahl: 459

Preis: 18,00€

Einbindung: Hardcover

Band: 1 (von 3)

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