„Sinking Ships“ von Tami Fischer | Rezension

(Achtung! (Enthält Spoiler!)

Der zweite Band von Tami Fischer sollte (noch) besser sein als der 1. Band „Burning Bridges“, dass las ich überall auf Bookstagram und Goodreads. Nachdem mir BB nicht so gut gefallen hatte, waren meine Erwartungen dementsprechend höher. Allerdings muss ich zugeben, als ich mir den Klappentext zum 2. Band durchgelesen habe, dachte ich locker es würde in „Sinking Ships“ um Summer und Creed gehen, weil sie für mich im 1. Band so oft angesprochen wurden und als wichtig markiert wurden. Für Carla und Mitchell hatte ich mich zu dem Zeitpunkt gar nicht so stark interessiert.

Der Prolog beginnt mit einem äußerst heftigen Schicksalsschlag aus Carla’s Sicht und mit ihrem Leben. Allein schon der erste Satz hat mich sofort gefesselt und ich dachte mir „Wow, wo führt dieses Buch wohl hin.“. Der Prolog war großartig gemacht und hat den Leser sofort gefesselt und nicht mehr losgelassen. Ich musste schon nach dem 1. Satz einmal tief durchatmen und mich sammeln.

Carla ist ebenfalls Studentin und gehört zur Clique bestehend aus Ella, Summer and Savannah. Am besten versteht sie sich mit Savannah und Lenny. Gleich zu Beginn der Geschichte merkt man, dass Carla ein ziemlich vollgepacktes und chaotisches Leben führt. Neben ihrem Studium arbeitet sie abends in einer Bar und kümmert sich gleichzeitig auch noch um ihre beiden Brüder Mateo und Oskar. Oskar ist ein absoluter Engel und war mein großes Highlight in diesem Buch. Tami ist dieser Nebencharakter hier sehr gut gelungen und Oskar hat dem Buch eine leichte Süße und viele Schmunzelmomente verliehen. Mateo allerdings bereitet nur Ärger und Carla sorgt sich in einer Tour um ihren pubertierenden Bruder. Wir lernen Carla als schlagfertige junge Frau kennen, die immer top gestylt aussieht und sich niemals in Schlabbershirt zeigen würde. Ihre verdrehten und falsch ausgesprochenen Sprichwörter sollen für eine gute Portion Humor neben dem Drama in diesem Buch sorgen. Mich persönlich hat es nur teilweise angesprochen, irgendwann wurde es zu viel und eintönig. Von Anfang an hat Carla einen unglaublich starken Hass gegen Mitchell, wirklich Hass. Den eigentlichen Grund für den Hass erfährt man nie so wirklich und bleibt auch etwas unergründlich, meiner Meinung nach. Bis auf die 5 Mal wiederholte Aussage, dass Mitchell nicht ihr Typ ist, sehe ich ehrlich gesagt keinen Grund, einen Menschen derartig so zu behandeln und fertig zu machen, wie Carla es mit Mitchell macht.

Mitchell hingegen ist schon lange in Carla verliebt, außerdem ein riesiger Marvel Fan und bester Schwimmer des Colleges. Man merkte schon im 1. Band, dass er ein absoluter Good Guy ist. Dies sticht noch stärker im 2. Band hervor. Da er auch der großer Bruder von Savannah ist und sich gerne viel zu sehr um sie sorgt, aber immer für sie da ist und viel Verständnis aufbringt.

Auf einer Party, die schon weit am Anfang der Geschichte stattfindet, kommt es zu einem (fast beinahe) Unglück: Carla wird von Arden (einer weiteren Studentin, sowie guten Freundin von Savannah) in den Pool geschubst. Wie man durch den Prolog gemerkt hat, ist Carla nicht gut auf Wasser anzusprechen. Viel mehr hat sie panische Angst vor davor und hat nie gelernt zu schwimmen. Mitchell ist Zeuge des ganzen Szenarios und zögert keine Sekunde um in den Pool zu springen und sie zu retten. Durch einen gemeinsamen Deal will Mitchell, der gutaussehende Schwimmer, versuchen Carla die Angst zu nehmen und lädt sie zu sich nach Hause im Poolhaus seiner Eltern ein. Um ganz ehrlich zu sein, musste ich an diesem Punkt schon mit den Augen rollen, weil es einfach zu offensichtlich war. Mir war klar, dass sich die beiden rasend schnell annähern würden.

Carla Santos hat also Angst vor Wasser, kann nicht schwimmen und hat sich eine große Mauer darüber aufgebaut, weil es in ihrer Kindheit ein schlimmes, lebensveränderndes Ereignis gab, bei dem sie fast ertrunken wäre. Diese Angst kann sie aber mit niemandem teilen. Nicht mal mit ihren engsten Freundinnen. Sorry, aber was sind das für Freunde, wenn du ihnen nicht mal deine größte Angst erzählen kannst. Vertraust du überhaupt deinen Freunden? Hast du wenigstens schon mal versucht, mit jemandem darüber zu sprechen anstatt immer alles abzublocken und auf harte Nuss zu tun? Was ist schlimm daran, sich verletzlich zu zeigen und ehrlich zu sein – besonders zu seinen eigenen Freunden. Man muss nicht 24/7 Ersatzmama und eiskalter Ritter spielen. Diese Fassade und Einstellung hat Carla bis zum Ende des Buches durchgezogen. Mitchell tat mir unendlich leid. Er hat sich so viel Mühe gegeben und unglaublich viel Verständnis und Geduld für Carla mitgebracht, er hatte ein offenes Ohr und war immer an Ort und Stelle, wenn Carla jemanden gebraucht hätte. Aber wie Carla ja dann immer meinte: sie braucht von niemanden Hilfe und kommt alleine zu Recht. Und wie sehr dieses Mädchen Hilfe brauchte, ganz besonders professionelle Hilfe. Ich fand es sehr unrealistisch, dass auf einmal ein heißer Typ daher kam und sie gemeinsam in einen Whirlpool gehüpft sind, um ihr zu die Angst vor Wasser zu nehmen. Einfach nein. Es war eine Phobie, die sich bei Carla seit einem Jahrzehnt im Kopf festgesetzt hatte. Sie konnte ja noch nicht mal in die Badewanne gehen und dann sollte sie innerhalb von 2-3 Monaten alles vergessen, weil da ein attraktiver Kerl war? Nope. That was not it.

Mitchell hat ständig einen Korb gekriegt. Ständig wurde er von Carla angeschnauzt und fertig gemacht. Mehrere Male musste man sich als Leser die Zeilen „Ich hasse dich, Mitchell“ durchlesen. Er hat zwar den starken, mutigen und furchtlosen Kerl gegeben und es immer weiterversucht aber -to be honest- Mitchell hat nach Allem definitiv was Besseres verdient. Selbst als Carla einmal die Hüllen fallen gelassen hat und es um Sex ging, hat er was Besseres verdient. Und mich macht es traurig, dass er es selber nicht gesehen hat. Für mich war dieses Buch ein großer Flop, mit vielen vielen Kritikpunkten. Ich finde nach allem, passen die Beiden null zusammen und haben einandern nicht wirklich verdient. Carla redet sich ein, wütend und zickig zu sein, weil sie „untervögelt“ ist, willigt dann in ein Date mit Mitchell ein, um sich von ihm flachlegen zu lassen und für 1 Sekunde ist dann alles gut? Der arme Mitchell, man. Er tat mir so leid.

Mir tut es auch echt leid, dass meine Rezensionen zu den beiden Büchern von Tami Fischer so schlecht ausfallen. Ich hatte mich tierisch auf Tami’s Bücher gefreut und finde ihren Schreibstil auch echt toll, aber ich habe das Gefühl, dass sie vielleicht mehr Zeit braucht und gewisse Dinge sehr genau recherchieren sollte. Ich hoffe, sie nimmt sich genug Zeit für Hiding Hurricanes. Für mich war es leider nichts, von daher gibt es von mir für Sinking Ships nur 2/5 Sternen.

♥   ♥   ♥

Verlag: Knaur 
Seitenanzahl: 384
Preis: 12,99€
Einbindung: Paperback
Band: 2 (von 3)

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