„Burning Bridges“ von Tami Fischer | Rezension

(Achtung! Enthält Spoiler!)

Im November 2019 hatte ich die große Ehre bei der Fletcher Book Night mit Tami Fischer, Ava Reed und einigen anderen Lesemäusen dabei zu sein. Das Event fand in Berlin im Dussmann Kulturkaufhaus (a.k.a purer Bookheaven) statt. Wir wurden fleißig mit Drinks und Snacks versorgt, was sehr aufmerksam war, während man den ein oder anderen Kontakt knüpfen konnte. Natürlich nutzte ich auch am gleichen Abend die Chance und lies mir die beiden Debütromane „Burning Bridges“ und „Sinking Ships“ von Tami signieren. Doch zum Lesen von „Burning Bridges“ kam ich leider erst jetzt…

Mit diesem Buch hat Tami einiges erreicht. Es schoss gleich auf die Bestseller-Liste und gewann Gold beim Lovelybooks Leserpreis. Ich folge ihr schon ein wenig länger, wurde durch ihren Youtube-Kanal auf sie aufmerksam und war wahnsinnig gespannt auf ihren ersten Roman. Leider ist es total an mir vorbeigegangen, dass sie die Kapitel des Romans schon auf Wattpad veröffentlicht hatte, weshalb ich ohne jegliche Vorahnung an die Geschichte rangegangen bin.

Besonders neugierig war ich auf Tami’s Schreibstil. Und der ist wirklich nicht ohne. Er ist toll! Tami hat wirklich Talent dafür, denn es fiel mir unglaublich leicht in die Geschichte reinzukommen. Die ersten 10 Zeilen ziehen den Leser in Ella’s Leben und nehmen sie auf eine holprige, aber spannende Reise mit. Was ich besonders loben möchte, ist die Darstellung von Ella’s Gedankenwelt. Die Hauptprotagonistin ist wirklich gut ausgearbeitet worden, man lernt ihre Vorlieben kennen und man kann sich nur in Ella Johns verlieben. Sie ist humorvoll, voller Feuer und hat ein wahnsinnig großes Herz.

Ein weiteres riesiges Lob geht an Tami, für die Story zwischen Ella und Ches. An manchen Stellen konnte ich gewisse Verhaltensweisen von Ella nicht wirklich nachvollziehen, aber Tami versucht dennoch ihre weibliche Hauptfigur als stets mutige und selbstbewusste Frau darstellen zu lassen. Leider funktioniert das nicht immer, was aber auch nicht schlimm ist. Wir sind schließlich alle nur Menschen. Die Love-Story zwischen den beiden ist grandios. Das Feuer, die Leidenschaft, die Gefühle, die Anziehungskraft – ganz großes Kino! Ich hab von Anfang mitgefiebert und mich so in Ches verliebt. Ich glaube, ich hab sogar einmal beim Lesen gesabbert. Naja. It is what it is. Es war eine unglaublich spannende und interessante Reise der Beiden.

Ich muss allerdings zugeben, dass mich einige Stellen doch irgendwie gestört haben und nicht richtig Sinn ergeben haben. Da wäre zum einen die nicht ganz geklärte Situation bzw. Story mit Jason, der sie nach einigen Seiten wohl angeblich doch zurückgewinnen wollte. Es wurde größer dargestellt als es eigentlich war, doch als Leserin habe ich mich trotzdem gefragt: „Ok, und was ist jetzt mit Jason? Ignoriert Ella einfach die Millionen Anrufe und diese Nachricht, die anscheinend sehr relevant für die Geschichte sind?“ Leider bekam der Leser darauf nie eine Antwort.

Des Weiteren fand ich die gesamte Storyline vom „Käfig“ mehr als fragwürdig und ein tiny bisschen unrealistisch. Und es hat mich sehr an Nicholas Sparks „Kein Ort ohne Dich“ erinnert. Kurzfassung: Er bringt sich in Lebensgefahr, um Geld zu verdienen, Sie versucht ihm mit allen Mitteln zu helfen und da rauszukriegen. Ich möchte nicht alles vorweg nehmen, aber ich habe es teilweise wirklich nicht verstanden. Am Ende wird ja alles aufgelöst und wir bekommen auch Antworten, aber mal im Ernst: Wieso findet Teddy Ches‘ verschollenen Bruder nicht schon früher, wenn er von Ches‘ Geheimnis samt seiner Vorgeschichte UND dem genauen Grund, weshalb er dort kämpft, kennt? Anscheinend wusste er ja die ganze Zeit, dass Ches‘ keine Schuld hat, und sobald Ella auftaucht, geht auf einmal doch alles ganz schnell und die Lösung ist super einfach, hat aber auch ihren Preis. Das war für mich echt ein bisschen verwirrend und schwer nachzuvollziehen.

Kritisch war für mich das Ende und die Sache mit Rory. Es war spannend gemacht, aber warum würde man Rory überleben lassen? Er war schwer verletzt und würde es überleben. Doch alle gehen automatisch davon aus, dass er sie in Ruhe lässt und sie nie wieder von ihm hören wird. So wie er als Charakter vorgestellt wurde, könnte er sobald er wieder gesund ist, Leute anheuern, die Ches oder/und Ella starken und angreifen etc. Beim Lesen dachte ich mir sofort, dass ergibt doch keinen Sinn. Er kann doch sofort wieder Dinge in Bewegung setzen, damit den Beiden was geschieht. Nun gut, es ist so wie es ist. Nachvollziehen kann ich es nicht so wirklich.

Ich möchte die Geschichte nicht schlecht reden, aber ein bisschen mehr Erklärung hat dieses Buch bitternötig und auch die vielen Charaktere, die man als Leser kennenlernt haben die Geschichte nur noch komplexer gemacht. Ich hatte manchmal Schwierigkeiten, Savannah und Summer zu unterscheiden. Es war einfach sehr viel in unglaublich kurzer Zeit. Ich meine, die Geschichte liest sich ratzfatz und wenn man sich dran hängt, ist man mit dem Buch auch an einem Nachmittag fertig. Ich hätte mir mehr Zeit für die Charaktere gewünscht, Luft zum Atmen für Ella und mehr Hintergrund zu Ches.

Es war dennoch eine spannende Reise, auch wenn viele Fragen bei mir offen sind. Es hat Spaß gemacht und Tami kann Bücher schreiben! Von mir erhält das Buch 3,5 von 5 Sternen.

♥   ♥   ♥

Verlag: Knaur (Droemer)  

Seitenanzahl: 400

Preis: 12,99€

Format: Paperback

Band: 1  (von 3)

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