„The right kind of wrong“ von Jennifer Bright | Rezension

Bevor ich mit dieser Rezension beginne, möchte ich gerne noch ein, zwei Dinge erwähnen. Zu allererst möchte ich mich bei Jennifer Bright und dem Forever Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplares bedanken. Dies war mein erstes e-book und somit auch für mich eine ganze neue Erfahrung des Lesens. Des Weiteren muss ich gestehen, dass ich die Autorin selbst schon länger (tatsächlich mehrere Jahre) in den sozialen Netzwerken verfolge. Ihren Weg von Bloggerin zu Autorin zu begleiten und verfolgen, war für mich wirklich was Besonderes und ich möchte schon vorab betonen, wie stolz ich auf Jenny bin. Als bekannt war, dass sie ein Buch herausbringen würde, war ich völlig aus dem Häuschen und wusste von Anfang an: „Das MUSST du einfach lesen! Und du wirst es lieben!“. Doch was dann auf mich zukam, war völlig unerwartet…

Zugegeben, der Klappentext hörte sich für mich beim ersten Lesen ein wenig 0815 an und ich hatte anfangs den Gedanken „Ugh, das hört sich sehr nach einer 0815 New Adult Geschichte an.“ Lasst mich ausreden, das ist keine Unterstellung. Trotzdem war ich von Anfang an super neugierig und wollte wissen, was sich die Autorin da ausgedacht hat. Meine Interesse an ihrem Schreibstil war größer denn je, und ich konnte es kaum erwarten, die Charaktere endlich kennenzulernen.

Schon bei dem ersten Satz des Buches merkt man schnell: „Das hier wird was Besonderes“. Die Autorin schreibt sehr bildhaft und mit Herz. Man fühlt richtig, dass die Wörter mit Bedacht ausgewählt wurden und erhält einen lockeren Einstieg in das Buch, wo man auch gleich die Hauptprotagonistin Zoe sowie ihre beste Freundin und gleichzeitig Mitbewohnerin Kate kennenlernt. Ich muss wirklich betonen, dass der Autorin der Einstieg äußerst gut gelungen ist und man sich direkt willkommen fühlt. London im Sommer – wie wunderbar! Jennifer Bright hat sich bei den Recherchen um’s Buch sehr große Mühe gegeben. So einige Spots habe ich mal googlelt, um zu wissen, ob sie tatsächlich existieren. Und siehe da, sie tun es tatsächlich. Ein großes Lob dafür!

Zoe kennenzulernen war unglaublich interessant, genauso wie Noah. Die Charakterbeschreibung ist Jennifer Bright wahnsinnig gut gelungen. Ich mochte Zoe von der ersten Sekunde an und man wird in ihre eigene Gedankenwelt mit einbezogen, ohne dass es irgendwann nervig wird und man es nicht mehr hören bzw. lesen kann. Ganz im Gegenteil: durch den einfachen und lockeren Verlauf der Geschichte, welcher die perfekte Prise Detail mit sich trägt, lernt man Zoe genau kennen und verstehen. Ich konnte so viel Verständnis für sie aufbauen und ihr Handeln sowie Entscheidungen immer nachvollziehen. Das einzige was ich mir hier ein bisschen zu doll untergegangen ist, war Zoe’s berufliche Ebene. Für mich persönlich wurde es zum Anfang zu interessant aufgebaut, um es später nicht mehr zu behandeln, aber ich konnte nach Beenden des Buches nachvollziehen, warum die Autorin eventuell nicht zu stark darauf eingegangen ist.

Kate ist ebenfalls ein außergewöhnlicher Charakter, jedoch muss ich zugeben, dass ich nicht zu 100% warm mit ihr wurde. Man gewinnt als Leser einen Einblick durch Zoe’s Gedanken in Kate’s Welt und lernt sie näher kennen. Kate war für mich ein springender Punkt, da sie meiner Meinung nach der Geschichte unglaublich viel Kraft, Lebensenergie und Farbe schenkt. Sie hat ein großes Herz und geht mit einem riesigen Lächeln durch die Welt, dennoch hat mir was gefehlt. Ich würde mir wünschen, Kate genauer in einem Folgeband kennenzulernen, um so im 1. Band mehr Verständnis für sie aufbringen zu können. So könnten sich etwaige Fragen eventuell von alleine klären.

Noah. Hach. Wo fang ich an. Lest das Buch und ihr werdet verstehen wieso. Mehr sag ich dazu nicht. Zwinker, zwinker.

Abschließende Meinung:

„The right kind of wrong“ ist ein Buch, eine Geschichte, ein Geschenk – dass einem Schutz, Verständnis und ein zu Hause bietet. Ich muss gestehen, ich hatte mir die Geschichte anders vorgestellt. Ich habe mit einem typischen New Adult Schema gerechnet und war eindeutig zu voreingenommen. Shame on me. Dieses wunderbare Buch enthält so viel Tiefgründigkeit und Gefühl, Verständnis für Sensibilität und zeigt den wahren Kern einer Freundschaft. Freundschaft ist ein großes Wort mit vielen Facetten und heutzutage kaum noch bekannt, habe ich das Gefühl. Eine beste Freundin, die zu mir steht, auch wenn ich mich total blamiert habe? Ein bester Freund, der auch 3 Uhr nachts für meine Probleme Zeit hat? Wie oft findet man so etwas heutzutage noch? Miteinander und Füreinander wird hier großgeschrieben. Und das habe ich schon so lange nicht mehr gesehen, weder in der virtuellen, noch in der realen Welt.

Ein weiterer, mir auch sehr wichtiger Punkt, den die Autorin behandelt, ist zu sich selbst zu stehen und seinem Herzen zu folgen. Auch mal Nein sagen zu können und nicht immer alles hinzunehmen. Mit seinen Herausforderungen zu wachsen und Neues auszuprobieren. Mal der Stimme im Kopf Sendepause zu geben, und stattdessen seinem Bauchgefühl nachzugehen.

Dieser Roman verlief in eine komplett andere Richtung, als ich eigentlich dachte. Ich wurde mehr als einmal überrascht von den Wendungen, die die Autorin nicht schon still und leise ankündigt. Dadurch war der Spannungseffekt deutlich höher und hielt bis zur letzten Seite an, als ich auf einmal bei der Danksagung ankam und mir dachte „Äh, wie jetzt? Das kann doch noch nicht alles sein?“. Es war eine unglaubliche Reise, bei der man auch viel für sich mitnehmen kann. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und lässt einen nicht mehr los. Ich hatte wirklich Schwierigkeiten, mich die Woche auf Arbeit zu konzentrieren. Wollte ich doch nur in meine Tasche nach dem Kindle greifen und wissen, wie es weitergeht und was Zoe als nächstes erlebt.

Dies ist ein Buch, dass ich Freunden zum Geburtstag schenken würde. Diese Geschichte ist was besonderes und schleicht sich ganz langsam und heimlich in dein Herz. Und plötzlich hat man ein neues Lieblingsbuch.

Eine riesige Leseempfehlung für zwischendurch, für große Gefühle mit Tiefgang, für Menschen, die gerne Textpassagen markieren, weil die Sätze einfach so poetisch gut geschrieben sind. Natürlich hat das Buch eine gezielte Altersgruppe in diesem Genre, aber wisst ihr was? Ich werde das Buch meiner Mom geben und ich weiß, das es ihr gefallen wird. Es ist was für jung und alt. Es ist wichtig und einfach nur herzerwärmend. Egal ob im Sommer oder im Winter, ob eingekuschelt auch der Couch mit einem Tee oder nachmittags auf einer Blumenwiese bei 26 Grad, dieses Buch geht immer.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß mit Zoe, Kate und dem Tassenmörder, und freue mich auf das was in den nächsten Jahren noch von der Autorin kommt!

♥   ♥   ♥

Verlag: Forever (Ullstein)  
Seitenanzahl: 300
Preis: 4,99€
Format: e-Book
Band: 

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