„Bring down the Stars“ von Emma Scott | Rezension

(Achtung! Enthält Spoiler!)

Coverliebe. Wir alle kennen sie und sind ihr alle schon mindestens 1-100 mal verfallen. Bei Emma Scotts neuem Buch „Bring down the Stars“ war dies ein ganz klarer Coverkauf. Ich denke, die Mehrheit stimmt mir da zu; aber dieses Cover ist der reinste Wahnsinn. Die Farben, die Akzente, die Titelsetzung – es ist perfekt. Die Harmonie aus rosegold und beige ergänzt sich perfekt, und harmonisiert auf eine unglaublich beruhigende Art und Weise. Ein großes Lob an den LYX Verlag für diese Covergestaltung.

Mit Emma Scott hatte ich in der Vergangenheit so meine Schwierigkeiten. Ihre „All In“ Dilogie hat mich eiskalt gelassen. Ich weiß nicht was es war, aber mich konnte diese Story überhaupt nicht erreichen. Dabei gilt die Autorin als eine der emotionalsten in diesem Genre. Dennoch lies ich mich von den bisherigen beiden Büchern nicht abbringen und wollte der Autorin eine weitere Chance geben. Immerhin ist das Cover einfach zu schön und der Klappentext verspricht auch so einiges. Ich meine, die Hauptprotagonistin heißt Autumn. Wie cozy und wunderschön ist das denn bitte? 

Gemeinsam mit meiner besten Freundin Michele und der süßen Leo von (@bookandmoonlight) las ich das Buch innerhalb von 3 Tagen durch. Es war so schön, wieder ein Buddyread zu machen, denn ich wusste, das Leo und Michele beim Lesen auch echt emotional werden können.

Der Einstieg dieses New Adult Romans ist komplett unerwartet und abwechslungsreich. Ich finde, dass dies der Autorin hier sehr gut gelungen ist. Die Geschichte beginnt mit dem jungen Wes und man wird von der ersten Seite in seine Gefühlswelt geworfen. Es war wirklich interessant, aus der männlichen Perspektive in dieses Buch einzusteigen. Schon bald darauf folgt die Einbringung des zweiten männlich Protas: Connor. Von Anfang an und im gesamten Verlauf begleitet man die beiden jungen Männer auf eine witzige, kuriose und emotionale Abenteuerreise durch’s Leben – mit riesigen Zeitsprüngen.

Und das wäre mein erster Kritikpunkt. Zeitsprünge bringen ein Buch voran. Schön und gut, aber wenn man innerhalb von 300 Seiten Zeitsprünge von 6 Monaten hat, die unglaublich viele Lücken und Fragen offen lassen, wird’s schwierig. Stellenweise hatte ich das Gefühl, 2 Kapitel zu lesen und dann schon wieder im nächsten Teil – sprich Zeitsprung – zu landen. Es wurde kaum eine Handlung oder Ereignis richtig zu Ende erzählt, schon kam das Nächste. Man konnte sich gar nicht auf den eigentlich Verlauf der Geschichte konzentrieren, da so viele Dinge übereilt übersprungen wurden. Mir kam es vor, als hätte sich die Autorin einen abgehetzt um möglichst viel in den 1. Band zu stecken – aber eben nur die wichtigsten Ereignisse, ohne große Erklärung wieso weshalb warum.

Autumn hat mich von Anfang an sehr gereizt. Man lernt die unschuldige, verträumte Romantikerin in einer verzweifelten Lage kennen und ich muss zugeben, sie war mir so sympathisch am Anfang. Eine verträume Romantikerin, die auf Gedichte steht? Damit kann man Herz immer gewinnen. Emma Scott leider nicht. Viel zu schnell und unüberlegt fällt sie in die nächste Beziehung, die sich sehr erzwungen anfühlt, woraus im Nachhinein das Liebesdreieck entsteht. Sie wirkt wahnsinnig schlau und so, als würde sie ihre nächsten Entscheidungen eigentlich immer erst ordentlich überdenken. Die hier vorgestellte Autumn hat nicht zu der Autumn gepasst, die am Ende des Buches beschrieben wurde. Sie wurde von Seite zu Seite naiver und blinder. Sie hat absolut gar nichts gecheckt und das hat mich tierisch genervt. Sie wurde wie ein kleines Dummchen dargestellt, dass blind vor Liebe ist, obwohl im Buch einen einzigen Glanzmoment erleben durfte: als sie sich in einer wichtigen Szene beweisen und für sich selbst einstehen musste. Ich find’s echt nice, wenn Autoren versuchen Bücher realitätsnah zu schreiben und gegenwärtige Ereignisse mit jeweiligen Charakteren zu verbinden. Aber die politische Meinung, die erstmal völlig aus dem Nichts gezogen wurde, einer hoffnungslosen Romantikerin aufzuzwingen war dermaßen out of Kontext und war mir echt sowas von egal. Besonderes weil diese Szene im Nachhinein nichts zur Geschichte beigetragen hat und nichts verändert hat. Es war wirklich unangenehm und peinlich, schlecht durchdacht und unpassend.

Das Liebesdreieck, was angeblich Kernpunkt dieses Buches sein sollte war eine absolute Katastrophe. Nicht die Art von Katastrophe, bei der man Verständnis für die Charaktere aufbaut und mitfühlt, mithofft und mitfiebert. Nein, es war chaotisch und ätzend. Wie bereits erwähnt, wurde Autumn meist komplett links liegen gelassen und wenn sie mal zu Wort kam, war sie das naive kleine Mädchen, das zu schnell leeren Worten glaubt. Der Schwerpunkt wurde eindeutig auf die Freundschaft zwischen Weston und Connor gelegt. Allerdings erfährt man von Connor absolut gar nichts aus diesem Buch. Perspektiven hat man als Leser nur von Autumn und Wes, aber Connor, der größtenteils wichtiger ist als Autumn, von ihm weiß man gar nichts. Man lernt oberflächlich einen seiner Wünsche kennen, aber das war’s. Und so ist es mit allen Charakteren in diesem Buch. Sie werden kurz angestupst, schaut sie sich kurz an, um einen Überblick zu erhalten und das war’s. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, keinen von den dreien genauer kennenzulernen. Alter? Unbekannt. Hobbys? Unbekannt. Träume? Wünsche? Ziele? Unbekannt bzw. nicht genügend ausgearbeitet. 

Das Ende … oh Gott, wo fang ich an. Es war grausig. Wir haben zu dritt auf den großen Plottwist gewartet, da uns bisher die gesamte Geschichte vom Plot bisher sehr stark an den Netflixfilm „Sierra Burgess is a Loser“ erinnert hat. Was dann kam, war echt der Oberknaller. Sowas von Out of Kontext und nicht nachvollziehbar, der Fokus wie immer auf der Bromance. Ich wollte das Buch einfach nur ganz schnell beenden und weglegen. Es war kein schönes Lesen. Kein Raum für Gefühle, die weibliche Hauptprotagonistin wird nach Herzschmerz als naives, voreiliges Mädchen dargestellt, die auf einmal alles glaubt und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Ich hatte keinen Spaß an dieser Geschichte und wollte das Buch mehrere Male zwischendurch abbrechen.

Von mir bekommt das Buch 2/5 Sterne, weil das Cover mega ist und Autumn ein schöner Name ist. Das ist nur ein Sympathiepunkt. Mich konnte somit das dritte Buch von Emma Scott ebenfalls nicht überzeugen.

♥   ♥   ♥

Verlag: LYX (Bastei Lübbe)  

Seitenanzahl: 400

Preis: 12,90€

Einbindung: Paperback

Band: 1 (von 2)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.